Die Bauphysik ist ein Teil der allgemeinen Physik, angewendet bei der Planung von Gebäuden. Teile der Bauphysik sind beispielsweise Fragen der Akustik, des Schallschutzes, der Lichttechnik, der Energieeinsparung, des Raumklimas, der Dauerhaftigkeit, der Hygrothermik, der Bauchemie, der Baubiologie, der Hygiene, der neuen Baustoffe und der Bausubstanzerhaltung. Innerhalb der Bauphysik werden oben genannte Probleme jedoch nur in Modellform gelöst, d.h. es werden Faktoren, die die Rechnungen unnötig kompliziert machen, ausgeblendet und sich auf einzelne Aspekte konzentriert. Komplexe Vorgänge am Gebäude werden in formelgerechte Einzelaspekte zerlegt und unter fiktiven (labormäßigen) Bedingungen berechnet.
Somit entstehen Gesetze, die zwar nicht in ihrer genauen Form gelten, jedoch als Richtlinien für die Arbeit am Gebäude genutzt werden können.
In den letzten Jahrzehnten hat die Anwendung der Bauphysik stark zugenommen. Das liegt – im Falle des Baus eines Einfamilienhauses – vor allem an den Bewohnern, die eventuelle Mehrkosten im Bereich der Energieeinsparung gerne in Kauf nehmen, sofern sie in Zukunft davon profitieren, indem sie weniger an Energiekosten bezahlen müssen. Auf der anderen Seite begründen auch moderne Richtlinien des Staates die vielfache Einbindung der Bauphysik in Bauvorhaben, da mit der Zeit immer mehr Normen für neue Gebäude inkrafttreten, wie z.B. die Energieeinspar- oder Wärmeschutzverordnung.
Einige Bauplaner halten die Anwendung der Bauphysik für sinnlos, da sie davon ausgehen, die meisten Bauarbeiter verstünden diese sowieso nicht. Die Ziegelindustrie ist unzufrieden über die Umsatzverschiebungen, da statt Ziegelsteinen jetzt mehr Dämmung gebraucht werde und somit die Ziegel weniger Absatz finden. Aus diesem Grunde hat sich synonym für die Bauphysik auch der Begriff Ziegelphysik eingebürgert.
