Die Auswirkung und die Dringlichkeit einer angenehmen Raumakustik wird im Allgemeinen weit unterschätzt. Doch selbst im kleinen privaten Rahmen wird das Gehör stutzen, sobald die neue Hifi-Anlage, ein hochwertiger Fernseher oder die frisch erworbenen Lautsprecherboxen ein anderes, weniger erfreuliches Hörerlebnis präsentieren als noch kurze Zeit zuvor im Vorführraum des Verkäufers.
Aufgrund Ausstattung und Raummaßen hat jede Räumlichkeit bestimmte akustische, meist als unangenehm empfundene Eigenschaften, denen man ohne jegliches „Nachhelfen“ nicht entgegenwirken kann.
Die Raumakustik beschäftigt sich mit den jeweiligen baulichen Gegebenheiten und den im Raum stattfindenden Schallereignissen, im kleinen wie im großen Stil. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf optimalem Hörgenuss, vor allem in Theatern, Konzert- oder Versammlungssälen, in Schulzimmern und Musikstudios oder Kirchen – eben überall dort, wo akustische Darbietungen für einen großen Personenkreis stattfinden. Hierbei muss auf subjektive Hörgewohntheiten und Musikästhetik sensibel Rücksicht genommen werden.
Bestimmt wird der akustische Charakter innerhalb einer Räumlichkeit von den Anteilen des Direktschalls und der Schall am Gesamtschallpegel sowie von der Nachhallzeit. Diese Größen beeinflusst die Raumakustik so individuell, dass der Raum für seinen ganz spezifischen Zweck optimal ausgestattet wird. Zwei kurze Beispiele: Ein Tonstudio erfordert beispielsweise den Direktschall eines aufgenommenen Klangs; die Raumakustik sollte daher keinen Einfluss auf die Aufnahme nehmen. Konzertsäle hingegen bauen auf ein möglichst räumliches Musikerlebnis, eine tonale Balance. Reflexion, Direktschall und Nachhall sind zu gleichen Anteilen wichtig. All diese Eigenschaften einer spezifisch ausgewogenen Raumakustik lassen sich fachmännisch berechnen.
Für kleine Geldbeutel sind vielerlei Variationen an Komplettlösungen bezüglich der Raumakustik zur professionellen Schalldämmung aus Filz, Noppen- und Pyramiden-Schaumstoffen oder Schwerschaumplatten erhältlich, je nach Verwendungszweck einsetzbar in Tonstudios, Heimkinos, Probe- oder Büroräumen. Angeboten werden diese in den unterschiedlichsten Ausführungen bezüglich Form und Farbgebung.
Öffentliche Einrichtungen erfordern allerdings meist geschmackvollere Möglichkeiten der Raumakustik; neben einer großen Angebotspalette von Wand- und Deckenpanelen (zum Beispiel Wave Wood, Flexi oder Vari Panel) lockern Stellwände, raumbildende Deckenkörper oder Würfel-Absorber, bespannt mit buntem Tuch, welches nur schwer entflammbar ist, die Atmosphäre auf und sorgen für Wohlbefinden.
Die Raumakustik beschäftigt sich mit der Verteilung der Schallwellen in einem Raum, dessen Reflexion und Absorption, sowie dem Einfluss der reflektierten Schallwellen auf die Hörbarkeit der Sprache und Musik. In Konzertsälen, Theatern, Versammlungssälen, Tonstudios oder sonstigen Räumen, in denen der „gute Klang“ besonders wichtig ist, ist die Raumakustik ein Schlagwort. Jeder Raum hat aufgrund seiner Bauweise, seiner Ausstattung, seiner Ausmaße spezifische akustische Eigenschaften. Die wohl wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Raumakustik ist ein nicht hallender Raum, da der Hörer in einem geschlossenen Raum eine Reihe von verzögerten schnellen Wiederholungen außer dem Direktschall wahrnimmt. Nach dem Abschalten der Schallquelle nimmt die Anzahl der reflektierten Energie ab, bis sie vollständig aufgenommen wird. Das ist die sogenannte Reverberation.
Die Dauer der Reverberation ist der wichtigste Faktor für eine gute Raumakustik. Bei einer zu langen Dauer ist der Klang der Sprache und der Musik nicht klar genug, ist die Dauer zu kurz so klingt die Sprache zu dumpf und die Musik abgehakt und emotionslos. Die optimalen Bedingungen einer guten Raumakustik sind nicht nur für die Sprache und Musik, sondern auch für verschiedene Musikrichtungen unterschiedlich.
Während man bei Tonstudios einen nach Möglichkeit reflexionsarmen Raum anstrebt, um die Aufnahme durch den Aufnahmeraum nicht zu beeinflussen, versucht man durch ein ausgewogenes Verhältnis von Direktschall und Reflexionen ein räumliches Musikerlebnis bei Konzertsälen zu erreichen. Vorlesungssäle und Theater stellen eigene Anforderungen an die Raumakustik. Hier ist die Sprachverständlichkeit das Ziel, also ein hoher Anteil des Direktschalls. Durch Hinzufügen oder Entfernen von Schallabsorbern oder schallreflektierenden Körpern wird die Raumakustik beeinflusst.
